Wen der Staat schutzlos zurücklässt

Schwer bewaffnete Polizei patrouilliert in Paris: Ist ohne sie Sicherheit nicht mehr zu gewaehrleisten? © Karin Lachmann

Können sich Frauen immer noch überall unbehelligt und gleichberechtigt in der Öffentlichkeit bewegen? Berichte der Polizei lassen ernste Zweifel aufkommen.

Taharrusch dschama’i oder in englischer Transkription auch taharrush gamea bezeichnet einen Sachverhalt, für den wir in Europa bisher keinen eigenen Begriff hatten. Laut Wikipedia handelt es sich um

„die gemeinschaftliche Begehung von sexuellen Belästigungen von Frauen bis hin zu Vergewaltigungen durch Gruppen meist junger Männer in der Öffentlichkeit, meist in größeren Menschenansammlungen“.

Als weitere Information kann man noch mitnehmen, dass der Deutsche Bundestag in Reaktion auf dieses neue Art der sexuellen Nötigung am 7. Juli 2016 dem Entwurf eines §184j StGB (Straftaten aus Gruppen) zugestimmt habe. Es wurde also schon der Bestand an Straftaten neu definiert, um die Täter rechtlich eindeutig fassen zu können. Zumindest die Integration einer neuen Deliktart hat gut funktioniert.

Am Pranger

Es ist eigentlich ein Phänomen, das sich im islamischen Kulturbereich unserer Welt entwickelt hat, und ohne Zweifel trat es bei uns vor allem mit der massenhaften Zuwanderung von Menschen aus dem islamischen Raum im Zusammenhang mit der Grenzöffnung von 2015 auf. Eingedenk dessen, dass uns versichert wird, der Frau werde im Islam mit höchstem Respekt begegnet, stellt sich die Frage, wie es dazu kommt, dass Gruppen von islamischen Männern sich zusammentun, um Frauen öffentlich zu demütigen.

Die niederschmetternde Erkenntnis für die Frauen, denen so etwas widerfährt, ist die Tatsache, dass die Täter kein Schuldbewusstsein haben, sondern im Gegenteil sich als Teil einer höheren Kultur sehen. Denn es trifft in ihrer Sicht Frauen, die sich aus Sicht des orthodoxen Islam in unangemessener Weise im öffentlichen Raum bewegen. Im Grunde werden damit Frauen bestraft, die sich unsittlich verhalten. Selbstbewusste, unverschleierte Frauen, die sich gleichberechtigt mit den Männern in der Öffentlichkeit bewegen, verhalten sich in den Augen der Täter unehrenhaft und moralisch minderwertig. Man begegnet ihnen nicht respektvoll, sondern ist im Gegenteil dazu legitimiert, sie in aller Öffentlichkeit sexuell zu erniedrigen.

Der Taharrusch dschama’i hat somit verschiedene Komponenten: Man begeht sexuelle Handlungen an Frauen, die in den Augen der Täter sowieso keine Ehre mehr haben. Legitimiert wird dieses Verhalten als Bestrafung der sich aus Sicht der Männer unsittlich verhaltenden Frauen und als Abschreckung für die Frauen aus dem eigenen Kulturkreis, die sich entsprechend anders benehmen sollen.

Wenn man also davon ausgeht, dass die sexuelle Nötigung aus der Gruppe heraus als eine Form der Bestrafung von Frauen aufzufassen ist, um bestimmte Moralvorstellungen und Verhaltensvorgaben durchzusetzen, dann muss man in Europa in die Zeit des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit zurückgehen, um überhaupt Anknüpfungspunkte zu finden. Ein Instrument zur Durchführung von Ehrenstrafen war im Europa der genannten Zeit der Pranger, errichtet auf dem Marktplatz, damit so viele Menschen wie möglich es sehen könnten. Das Aufstellen am Pranger als eine Strafe für z. B. Gotteslästerung, Meineid, Diebstahl, Betrug oder auch Sittlichkeitsdelikte hatte den Zweck, den Täter bzw. die Täterin bekannt zu machen und vollständig zu entehren. Als unsittliches Verhalten galten z. B. Ehebruch, vorehelicher Geschlechtsverkehr, Hurerei oder auch Kuppelei.

Wer am Pranger stand, musste außerdem noch ertragen, als Marktbelustigung zu dienen, indem das „Volk“ Kot und Unrat auf ihn werfen durfte. Der Vergleich hinkt natürlich, denn die entehrende Bestrafung betraf nicht nur Frauen und nicht nur Sittlichkeitsdelikte. Und sie geschah im Rahmen der damaligen staatlichen Rechtsordnung und ereignete sich nicht als privat durchgeführte gemeinschaftliche Überfälle.

Es gab natürlich noch andere Ehrenstrafen in den Rechtsordnungen Europas, die aufzuzählen jeden Rahmen sprengen würden, so konnten vor allem wegen Unsittlichkeit verurteilte z. B. Frauen dazu gezwungen werden, für eine bestimmte Zeit eine Schandmaske oder ein Schandzeichen zu tragen. Aber egal, welches Beispiel man auch zitieren will, wir haben in Europa nicht nur entehrende Strafen überwunden, wir haben mit der Gleichberechtigung von Männern und Frauen auch jegliche Beschränkung für das Auftreten von Frauen in der Öffentlichkeit abgeschafft. Es sind gesellschaftliche und kulturelle Errungenschaften, die bisher als selbstverständlich galten. Das aber ist nun in Frage gestellt.

In der Mehrzahl Einzeltäter,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,

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